Stresstest: Wie leicht gerätst du unter Stress?
Psychologie 18 Fragen 3 Min.
Stresstest: Wie leicht gerätst du unter Stress?
Der eine schüttelt einen verpassten Bus oder eine angespannte Besprechung in einer Minute ab, der andere trägt sie den ganzen Tag mit sich. In der Psychologie nennt man das Stressanfälligkeit: eine recht stabile Neigung, wie leicht dich Druck beeinflusst und wie stark du darauf reagierst. Sie ist Teil der Persönlichkeitseigenschaft, die Neurotizismus heißt, von der anderen Seite betrachtet emotionale Stabilität.
Der Test besteht aus 18 Aussagen aus einer gemeinfreien internationalen Sammlung von Persönlichkeitsaussagen (IPIP). Beurteile, wie gut jede Aussage dich im Allgemeinen beschreibt, nicht nur in dieser Woche. Du brauchst etwa drei Minuten. Du erhältst einen Gesamtwert und Werte auf drei Unterskalen von 0 bis 100: Sorgen, Verletzlichkeit unter Druck und Reizbarkeit.
Der Test misst weder, wie gestresst du gerade bist, noch Burnout oder eine Angststörung, und er stellt keine Diagnose. Wenn Stress deinen Schlaf, deine Gesundheit oder deinen Alltag stört, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.
Mögliche Ergebnisse
- Geringe Stressanfälligkeit Druck geht dir selten unter die Haut, und wenn doch, beruhigst du dich schnell.
- Mittlere Stressanfälligkeit Mit dem Druck des Alltags kommst du recht gut zurecht, aber manche Situation oder große Belastung geht dir doch nahe.
- Hohe Stressanfälligkeit Druck wirkt bei dir schnell und stark, und Sorge oder Anspannung können lange bei dir bleiben.
So funktioniert dieser Test
Der Test verbindet drei kurze Skalen aus der internationalen Sammlung von Persönlichkeitsaussagen (International Personality Item Pool, IPIP). Die IPIP-Aussagen sind gemeinfrei und dürfen für jeden Zweck verwendet, übersetzt und veröffentlicht werden. Jede Unterskala hat sechs Aussagen: Sorgen (IPIP-NEO-Unterskala Ängstlichkeit N1, Goldberg, 1999), Verletzlichkeit unter Druck (IPIP-NEO-Unterskala Verletzlichkeit N6) und Reizbarkeit (eine IPIP-Skala, die IPIP Gelassenheit nennt und die ein ähnliches Merkmal misst wie die Skala Ausgeglichenheit des Sechs-Faktoren-Persönlichkeitsfragebogens, umgekehrt gepolt). Jede Ausgangsskala hat zehn Aussagen, die auf sechs gekürzt wurden. Alle drei gehören zum Neurotizismus. Das ist eine breite Persönlichkeitseigenschaft, die beschreibt, wie leicht ein Mensch unter Anspannung negative Gefühle erlebt.
Jede Aussage bewertest du auf einer Skala von 1 (trifft überhaupt nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). Neun Aussagen sind umgekehrt gepolt, 1 zählt bei ihnen also als 5. Die Antworten jeder Unterskala werden gemittelt und auf die Skala 0-100 umgerechnet. Der Gesamtwert ist der Mittelwert aller 18 Antworten auf derselben Skala. Ein Gesamtwert von 40 oder weniger wird als "geringe", 41-60 als "mittlere" und über 60 als "hohe" Stressanfälligkeit angezeigt. Diese Grenzen sind beschreibende Bereiche, keine Bevölkerungsnormen. Da die Hälfte der Aussagen in die eine und die Hälfte in die andere Richtung zeigt, führt Zustimmung zu allen in die Mitte und nicht an die Spitze.
Was der Test nicht tut: Er misst nicht, wie gestresst du gerade bist oder wie viel Stress du im letzten Monat hattest. Er ist kein Burnout-Test, erkennt keine Angststörung und keine Depression und ist kein klinisches Instrument. Der Test beschreibt eine recht stabile Neigung, die sich dennoch mit dem Alter, mit Lebensereignissen und durch Übung verändert. Wie jeder Test, der auf Selbstauskunft beruht, spiegelt er wider, wie du dich selbst siehst. Wenn Stress wochenlang Schlaf, Gesundheit, Arbeit oder Beziehungen stört oder du das Gefühl hast, nicht zurechtzukommen, wende dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt. Rund um die Uhr erreichbar ist in Deutschland die Telefonseelsorge (kostenlos und anonym, 0800 111 0 111), in Österreich die Telefonseelsorge (142) und in der Schweiz Die Dargebotene Hand (143). In einem Notfall wähle die 112.
Quellen: Goldberg, L. R. (1999). A broad-bandwidth, public domain, personality inventory measuring the lower-level facets of several five-factor models. In I. Mervielde u. a. (Hrsg.), Personality Psychology in Europe, 7, 7-28. Goldberg, L. R. u. a. (2006). The International Personality Item Pool and the future of public-domain personality measures. Journal of Research in Personality, 40, 84-96. Aussagen: ipip.ori.org.
Quelle: 18 IPIP-Aussagen in drei Unterskalen: IPIP-NEO Ängstlichkeit N1 (6, als Sorgen, Goldberg, 1999), IPIP-NEO Verletzlichkeit N6 (6, als Verletzlichkeit unter Druck) und IPIP-Gelassenheitsskala, ähnlich der Unterskala Ausgeglichenheit des 6FPQ [AG2] (6, umgekehrt als Reizbarkeit) (ipip.ori.org). Lizenz: gemeinfrei.
Zur Übersetzung: Die Aussagen wurden von der Redaktion von kahur.ee aus dem englischen IPIP-Original übersetzt. Die Übersetzung ist nicht psychometrisch validiert.
Dies ist ein Werkzeug zur Selbstanalyse, keine Diagnose und keine professionelle Beratung.